Erklärt: Warum wird für Bücher und E-Books ein Preis festgelegt, der weder über- noch unterschritten werden darf?

imgresIn Bezug auf die Themen Buchpreisbindung & Retouren stellt sich automatisch die Frage, wann eigentlich ein Buch (auch E-Book) gebraucht oder ein Mängelexemplar ist. Dem liegt zugrunde, dass Bücher hierzulande eine Sonderstellung als Kulturgüter besitzen und daher auch überall verfügbar sein sollen. Echte Ausnahmen von der Regel gibt es nur wenige:  Bei gebrauchten Bücher oder eben preisreduzierten Mängelexemplaren. Letztere müssen nicht dabei nicht nur klar als Mängelexemplar gekennzeichnet werden sondern auch einen echten erkennbaren Mangel besitzen. Sie sind von der Buchpreisbindung ausgenommen, weil sie aufgrund der Mängel nicht zum vollen Preis verkauft werden können. Die Buchpreisbindung bezieht im übrigen auch nur auf den ersten Verkauf an Letztabnehmer. Gebrauchte Bücher sind von der Buchpreisbindung ausgenommen. Der Buchhandel muss aber im ersten Verkauf am preisgebundenen Entgelt partizipiert haben (OLG Frankfurt, NJW 2004, 2098, 2100). Wird ein Buch allerdings nach einem Widerruf des Kunden zurückgesendet, ist es noch kein gebrauchtes Buch, da der gebundene Preis nicht bezahlt wurde… hat es Gebrauchsspuren, kann es aber als Mängelexemplar weiterverkauft werden, wenn der erste Kunde vorher das Geld zurückerhalten hat.

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