Aus den drei Millionen Manuskripten, die  laut dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels pro Jahr bei Verlagen in Deutschland eingereicht werden, erreichen gerade einmal 90 000 Bücher den Ladentisch – die wenigsten davon werden Bestseller. Doch nun gibt es Qualifiction, eine Software, die bestsellerverdächtige Manuskripte aus den Einreichungen filtern will.  Entwickelt von der Kultur- und Medienwissenschaftlerin Gesa Schöning und dem Programmierer Ralf Winkler liegen dem lernfähigen Qualifiction-Programm schon heute Daten von circa 20.000 Bestsellern und Nichtbestsellern zugrunde. Hat Qualifiction geprüft, soll das Ergebnis Verlagen, Lektoren und auch Autoren helfen, Entscheidungen zu treffen. Das Feature ‚Lisa‘ analysiert zuerst den Stil, die Sprache eines Buches. ‚Sentiment‘ analysiert Stimmungen und mögliche Spannungsbogen. Es geht aber auch um die Themenvielfalt eines Werkes: „Sehr schlecht ist es zum Beispiel, wenn der Autor versucht, in einem Buch sehr viele Themen gleichzeitig abzuhandeln, und alle gleichermaßen wichtig sind“, sagt Winkler. Abschließend geht es um die ‚Bestseller -DNA‘. Qualifiction gibt in nur wenigen Sekunden Auskunft über die Erfolgswahrscheinlichkeit eines Manuskripts. Wirklich neu ist das nicht: An der Stanford University hat man mit dem „The Bestseller Code“ bereits ähnliches versucht –mit einer Trefferquote von 80 Prozent. Winkler ist sich sicher, das Qualifiction die Chancen erhöht, „dass auch Werke, die abseits des Mainstreams oder von weniger bekannten Autoren sind, in den Verlagen überhaupt angeschaut werden. Wir sind gerade dabei, die Software an die ersten Verlage zu verkaufen“, erzählt Winkler. Unterstützung bekommen Winkler und Schöning durch ein EU-Programm und das Bundesministerium für Wirtschaft.

Mehr dazu: www.qualifiction.info