EuGH-Entscheidung: Bibliotheken dürfen auch E-Books verleihen

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E-Books und gedruckte Bücher könnten beim Verleih durch Bibliotheken unter bestimmten Voraussetzungen gleich behandelt werden – das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden. Das versetzt Bibliotheken in die Lage, digitale Bücher zu verleihen, ohne marktgerechte Lizenzverträge abzuschließen. „Der Verleih eines E-Books unterscheidet sich grundsätzlich von dem eines gedruckten Buchs. Digitale Bücher können praktisch unendlich vervielfältigt werden, ohne sich jemals abzunutzen“,  sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins. Bibliotheken sollten daher unbedingt auch weiterhin zu entsprechenden Konditionen Lizenzen für die E-Book-Nutzung verhandeln. Der europäische Verlegerverband FEP (Federation of European Publishers) sieht die Entscheidung des EuGH ebenfalls sehr kritisch. Digitale Ausleihe bedeute für zahlreiche E-Books leider auch das unberechtigte Vervielfältigen. Die Anstrengungen, E-Books technologisch vor dem Kopieren zu schützen, sollten deutlich verstärkt werden.

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